Wie sich unser Gefährt und die Ausrüstung bis jetzt bewährt haben...

(Ein Rückblick nach sechs Monaten reisen)

Auto

Tops

  • Der Toyota HZJ 75/78 hat uns nie im Stich gelassen. Seine sprichwörtliche Zuverlässigkeit ist unschlagbar und vor allem sehr beruhigend, wenn wir uns auf Nebenstrassen bewegen, wo man nur wenigen Menschen begegnet. Die Laufruhe sowie die Elastizität des 1HZ Motors beeindrucken und solange er Öl hat, scheint er unzerstörbar zu sein. Wenn man Respuestas (Ersatzteile) braucht, ist man in Südamerika wie im Schlaraffenland. In jeder Stadt hat es eine Calle mit Respuestas, in der irgendein Laden sicher das gesuchte Ersatzteil führt, welches dann ein Bruchteil von dem kostet, was wir in Europa über die Theke hätten schieben müssen und Qualitativ gleichwertig ist. Die Landrover-Besitzer, die wir getroffen haben, mussten sich nicht selten Ersatzteile von Europa schicken lassen (der ADAC übernimmt das Porto wenn man Mitglied ist).
  • Den 1HZ mit einem Turbo auszurüsten hat sich mehr alsgelohnt. Wir fahren nicht schneller, aber dafür viel entspannter. Bergauf ständig volle Kanne geben zu müssen und doch nicht vom Fleck zu kommen gehört nun der Vergangenheit an. Wir würden den Turbo nie mehr hergeben.
  • Ohne unsere Top- Box wäre das Chaos in unserem Humü grenzenlos.
  • Die BF-Goodrich Reifen haben bis jetzt schlimmste Steinpisten überstanden. Wir hatten noch keinen platten Reifen.
  • Das OME-Fahrwerk bügelt die schlimmsten Bodenwellen glatt; ein echter Shockbuster.
  • Der Trabolt-Feinölfilter hat sich mehr als einfach nur bewährt. Denn schon wieder mussten wir das Motorenöl nicht wechseln und haben den Filter bereits nach 35'000km amortisiert. Der Motor läuft weiterhin wie ein schweizer Uhrwerk.
  • Bei der Halterung für die Ersatzräder musste ich einmal etwas verstärken, ansonsten funktioniert sie einwandfrei.
  • Unsere kleine, elektrothermische Kühlbox kühlt besser als erwartet, ist aber nicht mit einem Kompressorsystem zu vergleichen.
  • Der Innenausbau hat zu unserer Freude die übelsten Pisten in Bolivien schadenlos überstanden und die Schlafgelegenheit war uns nicht nur bei Regen dienlich.
  • Unser Hanibal-Dachzelt ist bei geräumig und bei gutem Wetter sehr romantisch.
  • Markisen

Flops

  • Der 1HZ Motor hat einfach keinen Saft. Wenn die Strassen schlecht sind, kann man selten schneller als 20km/h fahren. Besonders in Peru und Ecuador sind sie jedoch ausgezeichnet und dann nervt es, wenn man Stunden braucht, um einen Vier- oder Fünftausender zu erklimmen und ständig die anderen Verkehrsteilnehmer behindert.
  • Wenn wir Off- Road fahren, scheppern die Türen unseres Innenausbaus unterdessen ziemlich laut. Das nächste Mal sparen wir nicht an den Beschlägen.
  • Das Hannibal-Dachzelt aus Südafrika hat viele Schwächen, die unseren Reisealltag täglich erschweren. Es ist nicht regenfest, Auf- und Abbau der Regenplane und Umhang nehmen sehr zu viel Zeit in Anspruch und nützen fast nichts, weil sie erstens das Wasser durchlassen und zweitens das Innenzelt berühren und so Wasser hineindrückt. Mittels improvisierten Stützen verhindern wir den Kontakt der Regenplane mit dem Innenzelt, so können wir die Sintfluten halbwegs trocken überstehen. Einige Reissverschlüsse lassen sich nicht richtig öffnen oder schliessen, ausserdem reisst der Zeltstoff an ein paar Stellen und die Schaumstoffmatratze ist viel zu weich. Wer sich ein Dachzelt kaufen will, sollte es sich vorher sehr genau anschauen und ausprobieren. Schade, dass die Hubdächer so teuer sind, aber underdessen wären wir so weit, dass wir uns eines leisten würden. Es ist zumindest für diese Region aus unserer Sicht die bessere Lösung.
  • Für Taina ist der grösste Nachteil am Auto, dass wir keine anständige Sitzgelegenheit haben, wo man sich am Abend oder bei schlechtem Wetter gemütlich einrichten kann. Ein Hubdach würde uns den nötigen Raum verschaffen.
  • Ein hydraulischer Wagenheber, den man unter die Achsen schieben kann, ist sehr viel angenehmer, als ein Hi-Lift, mit dem das Auto bei einem Radwechsel soweit angehoben werden muss, bis es komplett ausgefedert ist.
  • Uns fehlt ebenfalls ein Solarpanel. Nach vierundzwanzig Stunden campen, ist die Kapazität unserer super Zusatzbatterie von Banner aufgebraucht. D.h. nach einem Tag müssen wir die Kühlbox abschalten, um eine Tiefentladung zu verhindern.
  • Ausserdem wäre es gut gewesen, die Kühlbox fix in den Innenausbau zu integrieren und mehr Platz für Vorräte einzuplanen.

Camping Ausrüstung

Tops

  • Cullman-Campinglampe, die mit Benzin betrieben wird.
  • Unsere schwarzen Wassersäcke der Schweizer Armee liefern durch die Sonne erwärmtes und somit kostenfreies Warmwasser zum Duschen oder Abwaschen.
  • Stirnlampen
  • Mikropur

Flops

  • Südamerikanische Verlängerungskabel sind schlicht lebensgefährlich. Deshalb unbedingt europäische Qualitätskabel und Mehrfachstecker mitnehmen. Wenn man sie hier kauft, muss man unbedingt vor dem Gebrauch jeden Stecker demontieren und die Montage kontrollieren.
  • Europäische Gasflaschen können zu Hause gelassen werden, da man sie auf diesem Kontinent nicht füllen kann. Wenn schon, müssen hiesige Flaschen verwendet werden. Wer sich ein Benzinkocher von Cullman leistet, hat es am einfachsten, denn Benzin ist überall erhältlich.


Foto Ausrüstung

Tops

  • Die Nikon D300 hat sich unter sehr rauen Bedingungen bis jetzt bewährt. Im feuchten Regenwald sowie auf dem staubigen und kalten Altiplano funktioniert sie einwandfrei. Der eingebaute Blitz ist immer da, wenn er gebraucht wird.
  • Freude hatten wir an unsern zwei Teleobjektiven, dem 120-400er Teleobjektiv von Sigma und dem 80-200er Tele von Nikkor, mit denen wir schon viele gute Tieraufnahmen gemacht haben.
  • Mein Favorit ist mein 105mm Makro Objektiv; ebenfalls von Nikkor. Im Dschungel ist fast ausschliesslich diese Linse auf dem Bajonettverschluss.
  • Die neue Unterwasser-Kompaktkamera von Olympus muss sich noch bewähren. Erste Versuche sind aber vielversprechend. Vor allem der Umstand, dass man mit ihr bis in Tiefen von zehn Metern unter Wasser, beim schlimmsten Wolkenbruch oder Sandsturm Bilder schiessen kann, erschliesst ganz neue Fotogebiete.

Flops

  • Unser SB800 Blitz von Nikon für die D3 und D300 haben wir bis jetzt kein einziges Mal gebraucht, er ist wegen des guten eingebauten Blitzes der D300 überflüssig.
  • Der Bildsensor unserer Spiegelreflex- Kamera ist sehr sensibel und hatte schon bald wegen der Objektivwechsel unzählige Flecken. Ausgerüstet mit Putzstempel und Reinigungsflüssigkeit aus der Schweiz werden wir ihn in Zukunft selber reinigen können.

 

Compi Ausrüstung

Tops

  • Das Notebook von Dell läuft immer noch. Eher erstaunlich, da die Strapazen nicht gering waren.
  • Der sechsjährige Toshiba Tablet PC von meinem Bruder Stephan, den wir zum Navigieren brauchen, funktioniert trotz deftigen Schüttelfahrten ebenfalls noch einwandfrei. Ich habe nicht erwartet, dass die Hardware diesen Belastungen stand hält.

Flops

  • Windows Vista floppt dagegen mächtig. Wireless und USB-Geräteerkennung sind einfach miserabel!!!

 

GPS Ausrüstung

Tops

  • Das Garmin GPSMAP60CSx (Wer auch immer diese Bezeichnung erfunden hat...) funktioniert super. Mit dem eingebauten Höhenmeter liefert es interessante Informationen während und nach der Fahrt. Sehr gut sind die vom Internet frei downloadbaren Karten, die irgendwelche Reisende aufgeschaltet haben.

Flops

  • Das Garmin Colorado 300 funktioniert leider nicht einwandfrei, da der Bildschirm immer voll leuchtet, - ein Softwarebug? So können wir es nicht auf unseren Wanderungen mitnehmen, da der Stromverbrauch zu gross ist.
  • Das Map Source V6 von Garmin ist immer wieder ein Ärgernis, weil es nicht zuverlässig läuft. Es gibt Probleme mit den Registereinträgen, - Runtime-Error nennen die das von Garmin. Dazu ist die Geräteerkennung sehr unzuverlässig, mal erkennt es mein GPS, dann wieder nicht. Damit wir mit unserem Tablet PC navigieren können, habe ich für hundertdreissig Franken das Mobile PC- Programm mit USA Karte von Garmin gekauft, weil es das nRoute nicht mehr gab. Es aberkennt unserer offiziell bei Garmin registrierten GPS Geräten und den offiziellen Garmin Status jedoch. Garmin Schweiz konnte nicht helfen und die Reparaturanleitungen in Foren, die tief unten im Windowssystem ansetzen, bereife ich nicht. In einem Forum habe ich schliesslich doch noch das nRoute zum downloaden gefunden.
    Ich verbringe sehr viel Zeit am PC, um die Garmin Software wieder zum Laufen zu bringen, das hätte ich nicht für möglich gehalten, dass die GPS Software vom weltweit grössten GPS Hersteller so „schluderig" funktioniert. Was das Kartenmaterial anbelangt, so ist die Weltkarte von Garmin mehr als nur eine Frechheit, weil einfach nichts drauf ist. Es existieren kaum offizielle Garmin Karten und die, die es gibt, sind im Preis völlig überrissen. Ich hoffe, dass diese Firma ernsthafte Konkurrenz durch Google, Apple oder Galileo bekommt. Mir scheint, sie nutzen ihre Monopolstellung wie Microsoft schamlos aus.
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