Erfahrungen mit dem GPS in Südamerika

Nach fast einem Jahr effektiver Reiseerfahrung in Südamerika und Erprobung unserer Navigationsausrüstung möchte ich eine erste Bilanz ziehen:

Die Garmin GPS-Geräte und der alte Tablet-PC von Toshiba haben sich sehr bewährt. Die GPS-Geräte sind nicht speziell mit Silicon ausgegossen, so wie sie von Touratech erhältlich sind und der Tablet PC ist weit von einem Though-Book entfernt, trotzdem haben bis jetzt alle Geräte den Belastungen standgehalten.
Da das GPS Display sehr klein ist und man keinen Überblick über die Karte hat, haben wir zu diesem Zweck den Tablet PC verwendet. Er hat den Vorteil, dass sein Bildschirm gedreht und abgeklappt werden kann. So lässt er sich am Haltegriff des Beifahrers montieren und braucht nur wenig Platz. Der Bildschirm befindet sich im Blickfeld des Navigators, ohne ihm die Sicht nach vorne zu nehmen. Trotz anfänglicher Skepsis von Taina (Noch ein Gerät mehr, das man mitschleppen muss und das möglicherweise kaputt gehen kann...) navigiert sie unterdessen gerne auf diese Art und Weise, besonders dann, wenn die GPS- Karten nicht routable sind und man sich den Weg von Ort zu Ort auf der digitalen Karte zurechtlegen muss, bei unübersichtlichem Gelände oder in Städten.

Garmin Software

  • Mapsource: Ist das Kartenverwaltungsprogramm von Garmin. Es wird benutzt um Tracks und Routen zu erstellen, diese zu verwalten und zu bearbeiten. Die Tracks und Routen können auf das GPS geladen, oder von diesem empfangen werden, sowie ans Mobile PC Programm gesendet werden. Mapsource funktioniert relativ gut, hat aber Probleme mit den USB-Schnittstellen und selbst erstellten Karten. Mit dem Program "img2ms" (siehe Links) kann die Kartenkompatibilität zu Mapsource überprüft werden.
  • nRoute: Mit diesem Gratisprogramm von Garmin, welches unterdessen nicht mehr offiziell von der Garmin Webseite heruntergeladen werden kann, wurde durch das kostenpflichtige Mobile PC ersetzt. Es wird zum Navigieren mittels Notebook oder Tablet PC's benutzt. Das Garmin GPS funktioniert als Antenne und muss an den PC angeschlossen werden. Funktioniert prima mit Mapsource Version 6.15.7, obwohl nach Garmin das nRoute nicht kompatibel sein soll.
  • Mobile PC: Ist der kostenpflichtige nRoute-Ersatz. Alle Sofwareversionen unter 5.00.3 funktionieren nur mit den GPS Empfänger 10X und 20X. Ab Version 5.00.5 können alle GPS-Geräte von Garmin verwendet werden. Ich habe noch keine Erfahrung mit diesem Programm gemacht.

Kartenmaterial für Südamerika

Erst mit guten Karten lässt sich das volle Potential der neuen GPS-Navigationsgeräte ausschöpfen. Doch gerade hier beginnt das Problem. Jeder der sich bei Garmin erkundigt, findet schnell heraus, dass der grösste GPS Hersteller keine Karten im Angebot hat. Die Weltkarte, die von Garmin verkauft wird, taugt nichts. Als GPS-Neuling war ich von Garmin enttäuscht. Hoffnungsvoll suchte ich Hilfe bei Atlas Travel Shop in Ins und liess mich im Fachgeschäft beraten. Dort hörte ich erstmals vom Navigationsspezialisten Touratech. Der Verkäufer pries mir von Touratech das Navigationsprogram QV und dazu die eingescannten russischen Generalstabskarten aus den 60er Jahren an. Das seien die einzigen GPS-Karten, die es für Afrika und Südamerika gäbe, meinte er. Ich wollte keinen so hohen Preis für veraltetes Kartenmaterial bezahlen und der Umstand, dass alle Namen in russischer Sprache und noch dazu in kyrillischer Schrift geschrieben waren, hielt mich zum Glück vollends davon ab. (Auf Reisen traf ich einen Deutschen, der damit navigierte und mir einen Einblick in diese einst so geheimen Karten aus Russland gewährte. Vorteilhaft ist ganz klar die genaue Wiedergabe der Topografie mit Höhenkurven. Der Nachteil ist, dass sie nicht aktuell sind. In den letzten fünfzig Jahren hat sich auch in diesen Ländern Strassenbautechnisch viel getan!)
Wir wollten auf detailliertes Kartenmaterial nicht verzichten, besonders in den Städten scheint uns eine gute Karte äusserst wichtig. Bedingt durch die Bevölkerungsexplosion wuchsen Südamerikas Städte um das 10fache. Und dort wo viele Menschen auf engen Raum leben, kommt es zu Frustration, Kriminalität und Aggressionen. Sich in einer unbekannten Stadt ohne Orientierung zu bewegen, ist ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko.

Die Suche auf dem Internet führte mich als erstes zu den  Weltkarten von Smellybiker. In der Parxis erwiesen sie sich als zu ungenau, zu wenig detailliert und nicht übereinstimmend mit dem gedruckten Kartenmateria. Letztendlich sind sie aber immer noch um Welten besser alsWeltkarte von Garmin.

Erst unterwegs trafen wir auf Mitreisende, die wirklich gute und detailreiche GPS-Karten von Argentinien, Bolivien, Brasilien und Peru auf dem Internet gefunden hatten und sie uns freundlicherweise weitergaben. Während unserer Reise habe ich weiter im Internet nach einzelnen Länderkarten gesucht und habe selbst taugliche GPS-Karten von Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Argentinien und Chile gefunden. 

All diese Karten sind zwar nicht ganz so detailreich wie der Europe City Navigator von Garmin, aber doch viel aktueller als die Russenkarten und sind zudem mit Stadtplänen ausgerüstet. Mit ihnen haben wir immer den Weg gefunden und uns gewiss viel Stress und Ärger erspart.

Einige Karten, die kein Installer (.exe) haben, sondern die .img-Endung aufweisen, müssen selbst ins Mapsource programmiert werden. Für Laien, wie mich, ist das nicht einfach. Nach einer über Monate andauernden Suche habe ich im Internet kleine Softwareprogramme gefunden, die diese Integration ins Mapsource automatisch ausführen.

Diese Karten können frei heruntergeladen werden, sofern man weiss, wo und wie.

Alle Links zum herunterladen von GPS Karten und den Links für die Integrationsprogramme von .img Dateien, findet ihr hier unter der Rubrik Navigation.

Bilder von unserem Navigationssystem