Kauf

Die Wahl des richtigen Reisegefährts

Der Entschluss, eine Weltreise zu machen, war gefasst, worauf sich bald die Frage nach der geeigneten Reise- Art stellte. Wollten wir mit dem Rucksack trampen? Oder doch lieber mit dem Fahrrad auf zwei Rädern unterwegs sein? Vielleicht wären Busse und Taxis einfacher und komfortabler...?
Solange nur mit Rucksack zu reisen, dabei auf jeglichen Komfort zu verzichten, von unzuverlässigen Fahrplänen abhängig zu sein und uns lebensmüden Busfahrern mit deren schlecht gewarteten Fahrzeugen auszuliefern, schien uns auf Dauer zu anstrengend und riskant. Gegen die Variante Fahrrad sprach trotz unserer Leidenschaft für dieses Fortbewegungsmittel die Tatsache, dass wir uns physisch und psychisch der Belastung, tagelang in brütender Hitze oder klirrender Kälte den Elementen der Natur voll ausgeliefert zu sein, nicht aussetzen wollten. Ausserdem ist es unser Wunsch, Wildparks in Afrika zu besuchen. Keinesfalls wollten wir uns dort einer Touristengruppe anschliessen müssen, die im Eilzugtempo von Wasserloch zu Wasserloch gekarrt wird und keine Zeit zum Beobachten der Tiere hat. Die Reiseerfahrung in Namibia zeigte, dass die halbjährlichen Mietkosten eines Autos dem Kaufpreis eines gleichen Gebrauchtwagens entsprechen. Wir kamen folglich zum Schluss, dass für unser Projekt einer zwei- bis dreijährigen Reise, das Auto am geeignetsten ist.

 

Offroader im Vergleich 

Das Auto bestimmt wesentlich die Art zu reisen und da wir gerne auch abgelegenere, weniger touristische Gegenden besuchen, sollte es ein 4x4 werden. Über mehrere Monate deckte ich (Niklaus) mich am Kiosk mit Fachzeitschriften zur Weiterbildung ein. Schnell war klar, richtige Reise-Off-Roader gibt es nur noch deren fünf. Den Nissan Patrol, Land Rover Defender (Tainas Favorit), den Santana PS10 (neu auch noch den IVECO Massif) und den Toyota Land Cruiser HZJ.
Natürlich gäbe es weitere Modelle wie Mantra, Igelhaut, Unimog und Co., die für uns jedoch erstens zu teuer im Unterhalt und zweitens zu protzig wären.
Somit standen fünf Fahrzeugtypen zur Auswahl:

  • Den Nissan 6-Zylinder, 2.8 Liter kann man als Occasion verhältnismässig günstig kaufen. Doch zähle ich ihn nur halb zu den reisetauglichen 4x4, obwohl er bestimmt gute Offroad-Qualitäten hat. Leider ist er nicht zuverlässig, da der Zylinderkopf zu anfällig auf Überhitzung reagiert und Risse bildet, was unweigerlich zu einem Motorschaden führt. Die neuen 4 -Zylinder Motoren laufen zuverlässiger, diese Occasionen sind jedoch teurer.

  • Der Land Rover hat keine kapitalen Ausfälle, aber oft sind es Kleinigkeiten, die die Landy-Fans auf Trab halten. Im Vergleich mit anderen Modellen ist das Getriebe relativ laut.

  • Der Santana PS10 und der IVECO Massif sind neu auf den Mark, was sie teurer macht. Zudem ist die Ersatzteilabdeckung ausserhalb Europas nicht flächendecken sichergestellt.

  • Der Toyota Land Cruiser HZJ ist geräumig und fährt mit seinem 4.2 Liter, 6-Zylinder Motor ruhig und relativ leise. Als Nachteil ist zu erwähnen, dass er trotz seiner Grösse nicht viel Leistung bringt. Dafür ist dieser Typ sehr zuverlässig und wegen des fehlenden technischen Schnickschnacks auch für einen Nichtmechaniker mit Handbuch eher selbst reparierbar. Ebenfalls sind Ersatzteile praktisch weltweit erhältlich.


Kaufentscheid 

Meine zwei Meter Körpergrösse machten die Auswahl leicht, da ich beim Nissan, Land Rover, Iveco und Santana mit dem Kopf gegen die Decke stiess, blieb nur der Toyota übrig. Durch glückliche Umstände konnten wir einen HZJ75 mit 95‘000 Kilometern für 35 000.- Franken kaufen.